Alles dreht sich

Samstag, Dezember 01, 2012

Neuer Versuch, neues Glück

Der Blog wird reaktiviert. Ja, genau dieser und kein neuer angelegt. Mit seinen Lücken und Löchern ist er doch schon ein fast historisches Dokument.
Historisch - eine Bezeichnung, die auch auf meine Beziehung zum WWW zutrifft. Es begann seinen Siegeszug, als ich mein Studium beendete. Die erste Einführung in das neue Kommunikationsmedium besuchte ich bereits während meines postgradualen Studiums, 1995. Wir surften mit Netscape Navigator und suchten mit dem Yahoo Webkatalog - Google wurde gerade erst gegründet. Mehr über die Geschichte der Suchmaschinenoptimierung gibt es hier zu lesen.
Heute frage ich mich manchmal, wie das ging. Wie konnte ich ein Studium abschließen ohne das Web? Die neuen Lernmöglichkeiten, die es heute gibt, sind so überwältigend. Vor ein paar Tagen zeigte mir Tochter die Mathe-Songs, mit denen sie zur Zeit lernt. Cool! Und pädagogisch gut gemacht. Zusammen entdeckten wir dann auch noch die Musiktrainings von Klaus Kauker, den ich absolut umwerfend finde.
Multimediale Kanäle, über die so viel ins Gehirn fließen kann!

Mittwoch, August 24, 2011

Leere

Wir sind umgezogen. Vorerst noch mit leichtem Gepäck in eine möblierte Wohnung. Es fühlt sich gut an, so wenig persönliche Gegenstände zu besitzen - Sachensammler, die wir sonst sind. Fast wie Ferien. Alles übersichtlich, ruckzuck ist aufgeräumt, der Kopf frei zum Träumen und Denken.

Donnerstag, Januar 25, 2007

Wie schön, dass du geboren bist...

Kein Zweifel: ich werde älter. Nicht nur, weil ich heute Geburtstag habe - ich spüre den milden Optimismus der nahenden Weisheit. Immer seltener bin ich himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt; nicht immer, aber immer öfter fühle ich mich wohlig zufrieden und abgeklärt. Wenn ich an vergangene Geburtstage denke - einmal schrie mein Sohn den ganzen Morgen lang - die Kindergärtnerin fragte schmunzelnd. "Ist das das Ständchen für deine Mama?"

Heute war ein schöner Morgen. Den ganzen Abend lang zeigt Tochter tuschelnd ihre Arme. Kurz vor 6 kommt sie zum Kuscheln ins Ehebett und streift beim Weckerklingeln die Ärmel hoch. Mit Gelstiften hat sie in dicken Buchstaben darauf geschrieben: "HAPPY BIRTHDAY". Dann singt sie: "Alle meine Mamas, schwimmen im Kaffee, denn sie ham Geburtstag und das tut nicht weh." Mein Mann bietet sich an, heute das Frühstück für die Kinder zu machen; Sohnemann brummt mit geschlossenen Augen "AllesGutezumGeburtstag".

Meine Eltern rufen an und singen zweistimmig: "Wie schön, dass du geboren bist, wir hätten dich sonst sehr vermisst."

Später am PC ist der Posteingang voll - eine Geburtstagsmail von alten Freunden, eine von IKEA ("Genieße deinen Tag in vollen Zügen. Wenn du Anregungen dafür brauchst, dann komm doch einfach bei deinem IKEA Einrichtungshaus vorbei.") und eine von Tchibo ("wir wünschen Ihnen alles Liebe zum Geburtstag und viel Glück, Gesundheit und Erfolg im neuen Lebensjahr!").

Es ist doch schön, sich geliebt zu wissen...

Mittwoch, Mai 24, 2006

Weihnachten im Frühling

Wer sagt denn, dass Weihnachten nur einmal im Jahr ist. Der Vorteil freiberuflicher Unsicherheit ist, dass ich mich fühle wie an Weihnachten, wenns rund läuft. Bei jedem größeren Auftrag. Oder wenn Post vom Verlag kommt. In den letzten Monaten trafen stückchenweise Teile meiner Lesemaus ein - der Titel, die ersten fertig illustrierten Seiten. Und jetzt der Herbstkatalog: http://www.carlsen.de/programm/108830/

Dauert ganz schön lang, bis ein Buch auf dem Markt ist. Jede Menge Zeit, sich zu freuen...
Und da danach noch ein paar Bücher in Arbeit sind, nimmt die Freude in nächster Zeit gar kein Ende mehr.

Es geht rund

Hier tanzt mal wieder der Bär (nicht der in den Bayerischen Wäldern Gejagte): Urlaubsvertretungen im Büro, eine Deadline nach der anderen, Bäumchen-wechsel-dich-Renovieraktion (Büro ins Souterrain, Wohnzimmer runter, Tochter rauf), Elternmitarbeit in der Schule, wo fange ich nur an?
Ich fange damit an, dass ich aufhöre. Mit dem Blogschreiben nämlich. 1 1/2 Monate später will ich doch mal wieder. Username, Passwort - ou weia. Alles vergessen!
Zwischendurch klingelt das Telefon. Meine Dienstnummer, die ich nur einem handverlesenen Personenkreis zur Verfügung stelle. Damit ich weiß: wenns klingelt, ist es wichtig. Eine Redaktion, ein Interviewpartner oder Schule und Hort mit einem Notfall. Ich will entscheiden, wer mich beim Schreiben stört. Dran ist eine Männerstimme: "Norddeutsche Klassenlotterie, SCHÖÖÖN" (klingt verzückt) ", dass ich Sie erreiche." Schön! Auf meiner streng geheimen Dienstnummer. Der spinnt wohl. Ich schnaube: "Sie stören mich beim Arbeiten." Der Typ ist hartnäckig. Will mich im Plauderton aus der Reserve locken: "Ach, Sie arbeiten. Was arbeiten Sie denn?" Weiß der nicht, dass Arbeiten heißt, dass man nicht unterbrochen werden will? "Ja, ich arbeite, stellen Sie sich sowas mal vor." Jetzt tut er eingeschnappt: "Ich werd' Sie nie wieder fragen!"
Schön wärs!

Donnerstag, März 30, 2006

"Ich seh des Maien Schein"

Nach dem langen, harten Winter 2006: Ein kleines Fleckchen Erde unter einem Balkon. Eine ältere Dame pflanzt liebevoll lila und gelbe Farbkleckse unter die letzten Schneepfützen. Um den Hals hat sie ein buntes Tuch geschlungen, knallroten Lippenstift aufgelegt.

Mittwoch, März 29, 2006

Du bist Deutschland...

Ein Sonntagspaziergang mit den Kindern an einem Naturlehrpfad am Bach entlang (sie brauchen immer ein Etappenziel, einfach nur gehen ist langweilig). Ein Wohnblock, davor ein kleiner Spielplatz. Während die Kinder sich vor Vergnügen quietschend abwechselnd beim Karusellfahren anschubsen, komme ich mir bald vor, als sei ich unrechtmäßig in die gute Stube Fremder eingedrungen.
Drei kleine Mädels fahren Rad; am Lenker ihre Puppen im Kindersitz. Eine Mutter schreit: "Du gehst jetzt sofort nach Hause, ich hab genug von dir." Das Kind schluchzt, schluckt: "Bitte, nur noch zehn Minuten, fünf Minuten, drei Minuten, zehn Sekunden." "Ich versohle dir in aller Öfentlichkeit den Hintern, wenn du nicht sofort kommst. Sperr dein Fahrrad ab." Das Kind weint, die Mutter wartet grimmig an der Haustür (in regelmäßigen Intervallen das Mantra "Sperr dein Fahrrad ab!" rezitierend, der Hintern wird (noch) nicht versohlt. Ungefähr zehn Minuten später ist das Fahrrad hinter Schloss und Riegel.
Die beiden anderen kommen auf den Spielplatz, tuscheln. "Ich trau mich nicht", höre ich die eine sagen. Ihre Freundin geht auf mich zu: "Bitte entschuldigen sie, aber das ist ein privater Spielplatz von unserem Haus." Ich bedanke mich für die Auskunft: "Tut mir leid, wir haben kein Schild gesehen." Die Kleine zeigt mir das Schild, dann sagt sie freundlich, aber bestimmt: "Sie dürfen noch ein paar Minuten hier spielen, aber dann..."
So machen wir es. Im Weggehen frage ich mich, welches der beiden Kinder wohl später einmal bessere Chancen auf dem umkämpften Arbeitsmarkt hat - die Weinende, die sich ihre zehn Minuten auf dem Hof so oder so ertrotzt hat? Oder das Kind mit dem konsequent-sachlichen Verhandlungsstil? Ich bin mir mit der Antwort ziemlich sicher...

Ich bin drin!

Jeder, der was auf sich hält, so scheint es mir, hat heute einen Blog. Ich will auch sowas! Nach einigen eher theoretischen Anlaufversuchen (Was ist ein Blog? Wie macht man das? Gibts dazu Shareware - wo krieg ich die?) lande ich zufällig auf einer Privatseite über Kolumbus und entdecke die vielversprechende Schaltfläche: "get your own blog". So simpel? Nutzername, Passwort, Titel, Blogname... Hier stock' ich schon. Ich schwanke zwischen Kiwa hirsuta, Schreibtischtäterin und Hurenkind (nein, das kann nicht stimmen - ein Hurenkind weiß nicht, wo es herkommt, im Gegensatz zum Schusterjungen, der nicht weiß, wo er hingeht. Ich aber bin mir weder beim einen noch beim anderen ganz sicher). Halte mich ein wenig bei Wellenreiterin auf (schön, aber alles schon mal dagewesen); lese nebenbei über eine riesenhafte, wellenreitende Tochter Poseidons namens Kymopoleia und gebe dem Kind einen Namen. Noch mehr Entscheidungen: Wie solls aussehen? Puristisch schwarz, knallig pink (zur Freude meiner Tochter), verschnörkselt poetisch? Endlich: die Tafel ist eröffnet. Wilkommen in den unendlichen Weiten meiner ungezügelten Schreiblust...